2 Wochen Berlin: Meine erste Workation

11. Juni 2026

Wie fühlt es sich an, für zwei Wochen in einer anderen Stadt zu leben und gleichzeitig ganz normal zu arbeiten? Genau das wollte ich herausfinden. Gemeinsam mit meiner Freundin Stefanie Jäggi verbrachte ich eine zweiwöchige Workation in Berlin – und durfte dabei erleben, wie gut sich Arbeit und Entdecken verbinden lassen.

Arbeiten, wo andere Ferien machen

Schon vor einiger Zeit hatten wir gemeinsam einige Tage in Berlin verbracht. Die Stadt faszinierte uns so sehr, dass wir sie nicht nur als Touristinnen erleben, sondern für eine gewisse Zeit tatsächlich dort leben wollten. Eine Workation bot dafür die perfekte Gelegenheit.

Unser Zuhause auf Zeit war ein Airbnb im lebendigen und urbanen Stadtteil Kreuzberg. Für die Arbeit entschieden wir uns bewusst gegen Homeoffice in der Ferienwohnung und für einen Coworking-Space. So konnten wir konzentriert arbeiten, ungestört an Sitzungen teilnehmen und gleichzeitig den Austausch mit anderen Berufstätigen erleben.

Besonders überzeugt hat uns dabei das Konzept des Coworking-Spaces: Neben Bereichen für ruhiges Arbeiten gab es separate Zonen für Calls und virtuelle Meetings. Dadurch liess sich der Arbeitsalltag genauso professionell gestalten wie im Büro in Bern.

Arbeiten am Morgen, Berlin erleben am Nachmittag

Das Schöne an einer Workation: Der Arbeitstag beginnt ganz normal. Nach konzentrierten Stunden am Laptop gehörte der Nachmittag jeweils Berlin.

Dabei wurde uns nie langweilig. Wir erkundeten Kreuzberg und Friedrichshain bei einer Streetart-Tour mit einem lokalen Künstler, besuchten das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und liessen uns von der eindrücklichen Boros Collection begeistern – einer Kunstausstellung in einem ehemaligen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Ein weiteres Highlight war der Besuch im Comedy Club von Felix Lobrecht. Zufällig fiel unsere Reise zudem auf das Pfingstwochenende, sodass wir den Karneval der Kulturen miterleben durften. Das bunte Strassenfest mit Menschen aus aller Welt verwandelte Kreuzberg in eine einzige grosse Feier.

Auch Entspannung durfte nicht fehlen: An warmen Tagen verbrachten wir den Nachmittag im Freibad, schwammen einige Bahnen oder spielten eine Runde Skip-Bo. Daneben standen Besuche im Berliner Zoo, ausgedehnte Spaziergänge durch Prenzlauer Berg und Shoppingtouren rund um den Hackeschen Markt und den Kurfürstendamm auf dem Programm.

Kulinarische Entdeckungsreise

Berlin ist nicht nur kulturell, sondern auch kulinarisch ein Erlebnis. Von vietnamesischer und japanischer Küche über Burger und Pizza bis hin zu Kaffee und Kuchen haben wir uns durch die Stadt probiert.

Natürlich durfte auch ein echter Berliner Döner nicht fehlen. Für mich steht fest: Die Hauptstadt spielt hier in einer eigenen Liga.

Mein persönliches kulinarisches Highlight war jedoch das Restaurant «893 Ryotei». Hinter einer unscheinbaren, mit Graffiti besprühten Fassade verbirgt sich eine aussergewöhnliche japanisch-lateinamerikanische Fusionsküche. Ein Ort voller Überraschungen – und für mich eine absolute Empfehlung für alle, die Berlin besuchen.

Mehr als nur ein Ortswechsel

Was ich aus diesen zwei Wochen mitnehme? Die Erkenntnis, dass Arbeit nicht zwingend an einen festen Ort gebunden ist. Ob im Büro, im Homeoffice oder temporär in Berlin – entscheidend ist, dass die Arbeit erledigt wird.

Die Möglichkeit, konzentriert zu arbeiten und gleichzeitig jeden Tag eine meiner Lieblingsstädte neu zu entdecken, war für mich die perfekte Kombination aus Produktivität und Lebensqualität.

Für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar. Sie hat mir gezeigt, wie wertvoll Flexibilität im Arbeitsalltag sein kann und wie bereichernd neue Perspektiven sind.

Eines ist sicher: Es war nicht meine letzte Workation.

Michelle Merz Leiterin Buchhaltung Wohnhäuser/STOWE Immobilienbewirtschafterin mit eidg. Fachausweis +41 31 320 53 76 E-Mail
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